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Tradingjournal 2026: Vorlage und Methode für Futures-Trader

So bauen Sie ein Tradingjournal auf, das Setup, Risiko, R-Multiple, Screenshots, Psychologie und Dokumentation misst - nicht nur, ob der letzte Trade grün oder rot war.

JournalTyp: Kontrollsystem
R-MultipleMaßstab: Risiko zuerst
ReviewRoutine: Woche und Monat
ScreenshotsBeleg: vorher und nachher
Ole Henrik Lund Geschrieben vonOle Henrik Lund Stefan Eriksen Faktengeprüft vonStefan Eriksen
Veröffentlicht12. August 2026
Aktualisiert12. August 2026
Inhaltsverzeichnis
  1. Was ist ein Tradingjournal?
  2. Warum Futures-Trader ein Journal mehr brauchen als Aktien-Trader
  3. Tradingjournal vs. Broker-Statement
  4. Tradingjournal als Steuerdokumentation
  5. Was ein gutes Tradingjournal enthalten muss
  6. Teil 1: Trade-Daten
  7. Teil 2: Strategiedaten
  8. Teil 3: Risikodaten
  9. Was ist R-Multiple?
  10. Warum R besser ist als Dollar
  11. Teil 4: Psychologiedaten
  12. Tradingjournal-Vorlage für Futures
  13. Was Sie vor dem Trade notieren sollten
  14. Was Sie nach dem Trade notieren sollten
  15. Screenshots: das wichtigste Feld, das viele vergessen
  16. Wöchentliche Auswertung
  17. Monatliche Auswertung
  18. Häufige Fehler beim Tradingjournal
  19. Tradingjournal für Prop-Firm-Trader
  20. Tradingjournal für verschiedene Märkte
  21. Welches Tool sollten Sie nutzen?
  22. Fertige Tradingjournal-Vorlage
  23. Quellen und weiterführende Informationen
  24. Fazit: Das Journal ist die Kommandozentrale des Traders
  25. FAQ
Kurz gesagtDas sollten Sie über Tradingjournale wissen
  • Tradingjournal. Ein Kontrollsystem, um Ihr Trading über die Zeit zu protokollieren, zu messen und zu verbessern.
  • Futures erfordern mehr Daten. Kontrakt, Tick-Wert, Session, Stop, Gebühren und R-Ergebnis müssen mit rein.
  • R-Multiple ist der Kern. Das Ergebnis sollte am Risiko gemessen werden, nicht nur in Euro oder Dollar.
  • Screenshots zeigen den Kontext. Vorher- und Nachher-Bilder zeigen, ob der Trade tatsächlich dem Plan folgte.
  • Review schafft Lernfortschritt. Tägliches Log, wöchentliche Auswertung und monatliche Entscheidung müssen zusammenhängen.
  • Prop-Firm-Trader brauchen zusätzliche Felder. Drawdown, Tageslimit, Payout-Puffer und Regeln sollten separat protokolliert werden.
  • Steuern und Dokumentation. Das Journal ersetzt keine Steuermeldung, macht Zahlen und Belege aber leichter nachvollziehbar.
  • Laden Sie die Checkliste herunter. Das PDF in diesem Artikel lässt sich als feste Routine vor, während und nach dem Handelstag nutzen.
Tradingjournal auf einem Laptop mit Futures-Chart und Notizbuch
Ein Tradingjournal soll Ihr Trading messbar machen. Die Zahlen zeigen das Ergebnis, während Notizen und Screenshots den Prozess dahinter erklären.

Laden Sie die Tradingjournal-Checkliste herunter

Kostenlose Ressource: ein praktisches PDF, das Sie als feste Routine vor Marktöffnung, vor dem Entry, nach dem Exit und in der wöchentlichen Auswertung nutzen können.

Inhalt: Vor dem Markt · Vor dem Entry · Nach dem Exit · Wöchentliches Review

PDF herunterladen (auf Englisch) Keine E-Mail erforderlich · 2 Seiten · A4

Ein Tradingjournal ist kein Tagebuch.

Es ist ein Kontrollsystem.

Für Futures-Trader ist das besonders wichtig, weil Futures gehebelte Produkte sind, bei denen kleine Marktbewegungen große Auswirkungen auf das Konto haben können. Ein Trader, der kein Journal führt, glaubt leicht, das Problem liege am Markt, an der Strategie oder an der Plattform. Oft ist das Problem einfacher: Der Trader weiß schlicht nicht, was er eigentlich tut.

Er weiß nicht, welche Setups Geld verdienen.

Er weiß nicht, wie viel er verliert, wenn er den Plan bricht.

Er weiß nicht, ob die Win-Rate überhaupt etwas bedeutet, weil der durchschnittliche Verlust zu groß ist.

Er weiß nicht, ob Freitag schwächer läuft als Dienstag.

Er weiß nicht, ob NQ für ihn wirklich funktioniert oder ob MES bessere Ergebnisse liefert.

Er weiß nicht, ob er beim ersten Trade nach der Eröffnung verliert, beim Revenge-Trading, bei Nachrichten, bei zu großer Size oder bei schlechten Exits.

Ein Tradingjournal beantwortet das.

Nicht mit Gefühlen.

Mit Daten.

CME Group beschreibt einen Trading-Plan als Arbeitsdokument, ähnlich einem Businessplan, in dem der Trader Annahmen zu Kosten, Erträgen und Marktbedingungen trifft. CME betont zudem, dass Risikomanagement für den Trading-Plan entscheidend ist.

Ein Tradingjournal ist die praktische Fortsetzung dieses Plans.

Der Plan sagt, was Sie tun wollen.

Das Journal zeigt, was Sie tatsächlich getan haben.

Wichtiger Hinweis

Best Futures ist kein Anlageberater. Dieser Artikel ist eine allgemeine Information zu Tradingjournalen, Risikomanagement und Futures-Trading.

Futures bergen ein hohes Risiko. Die NFA schreibt, dass Futures-Trading sehr volatil und riskant ist und man nur Risikokapital einsetzen sollte, dessen Verlust man sich leisten kann.

Ein Tradingjournal beseitigt das Risiko nicht.

Es hilft Ihnen, das Risiko klarer zu sehen.

Der wichtigste Satz in diesem Artikel lautet:

Ein Tradingjournal soll nicht beweisen, dass Sie recht hatten. Es soll aufdecken, was tatsächlich passiert, wenn Sie traden.

Was ist ein Tradingjournal?

Ein Tradingjournal ist ein strukturiertes Protokoll über alle Trades, die Sie eingehen.

Es sollte zeigen:

  • was Sie gehandelt haben
  • warum Sie den Trade eingegangen sind
  • wo Sie eingestiegen sind
  • wo der Stop-Loss lag
  • wo das Target lag
  • wo Sie ausgestiegen sind
  • wie groß das Risiko war
  • wie viel Sie verdient oder verloren haben
  • ob Sie dem Plan gefolgt sind
  • wie der Markt aussah
  • wie Sie gedacht und gefühlt haben
  • was Sie beim nächsten Mal anders machen sollten

Für Futures-Trader muss das Journal außerdem futures-spezifische Details enthalten:

  • Kontrakt
  • Kontraktsmonat
  • Tick-Wert
  • Anzahl Kontrakte
  • Stop in Ticks oder Punkten
  • R-Multiple
  • Session
  • Nachrichten
  • Rollover
  • Plattform
  • Marktdaten
  • Kommission und Gebühren
  • Prop-Firm-Regeln, falls relevant

Ein Aktien-Trader kommt oft schon mit Datum, Ticker, Entry, Exit und Ergebnis weit.

Ein Futures-Trader braucht mehr.

Denn bei Futures geht es um Kontraktgröße, Hebel, Margin, Volatilität, Session und Ausführung.

Warum Futures-Trader ein Journal mehr brauchen als Aktien-Trader

Futures-Trading bietet hohe Kapitaleffizienz.

Das bedeutet, Sie können mit relativ wenig Kapital ein großes Exposure kontrollieren. Die CFTC beschreibt Futures als Produkte, mit denen Marktteilnehmer Preisrisiken hedgen können, weist aber auch darauf hin, dass Futures an organisierten Märkten gehandelt werden und Risiko bergen.

Für einen aktiven Trader bedeutet das:

  • Verluste können schnell entstehen
  • schlechte Size schlägt hart zu
  • dieselbe Strategie kann in MES und ES ein völlig unterschiedliches Risiko haben
  • derselbe Chart kann in MNQ und NQ ein völlig unterschiedliches P/L ergeben
  • kleine Ausführungsfehler können teuer werden
  • Nachrichten können die Volatilität sofort verändern
  • eine Prop-Firm-Drawdown-Grenze kann gerissen sein, bevor Sie verstehen, was passiert ist

Ein Tradingjournal macht es möglich, das Muster hinter den Ergebnissen zu finden.

Beispiel:

Ohne JournalMit Journal
«Ich verliere bei NQ.»«Ich verliere bei NQ, wenn ich in den ersten 10 Minuten nach der Eröffnung handle.»
«Die Strategie funktioniert nicht.»«Die Strategie funktioniert nur, wenn der Kurs über dem VWAP liegt und der Markt im Trend ist.»
«Ich habe schlechte Psychologie.»«Ich verliere am meisten nach dem ersten Verlust, weil ich die Size verdopple.»
«Das Prop-Firm-Konto ist schwierig.»«Ich riskiere 12 % des Drawdown-Puffers pro Trade.»
«Ich habe einfach Pech.»«Meine Verluste sind 2,7-mal so groß wie meine geplanten Verluste.»

Das Journal macht Trading konkret.

Tradingjournal vs. Broker-Statement

Viele glauben, das Broker-Statement reiche aus.

Das stimmt nicht.

Das Broker-Statement zeigt, was wirtschaftlich passiert ist:

  • Instrument
  • Datum
  • Kauf
  • Verkauf
  • P/L
  • Gebühren
  • Kontostand

Aber das Broker-Statement zeigt nicht, warum es passiert ist.

Es zeigt nicht:

  • ob der Trade dem Plan folgte
  • ob das Setup gültig war
  • ob der Entry zu spät kam
  • ob der Stop verschoben wurde
  • ob der Trader gestresst war
  • ob der Markt im Trend oder in der Range war
  • ob der Trade vor Nachrichten lag
  • ob das Risk/Reward gut war
  • ob der Trade impulsiv war

Ein Broker-Statement ist Buchhaltung.

Ein Tradingjournal ist Analyse.

Sie brauchen beides.

Tradingjournal als Steuerdokumentation

Für Trader in Europa ist Dokumentation auch aus steuerlichen Gründen wichtig.

Die norwegische Steuerbehörde Skatteetaten veröffentlicht eigene Hinweise zu Finanzinstrumenten, Terminkontrakten, Futures und Forwards und schreibt, dass Sie selbst dafür verantwortlich sind, Einkünfte und Vermögen aus dem Ausland zu melden, und dass Gewinne oder Verluste aus dem Verkauf von Aktien und anderen Wertpapieren in der Steuererklärung anzugeben sind. Trader in anderen europäischen Ländern sollten die entsprechenden Vorgaben ihrer eigenen nationalen Steuerbehörde prüfen – in Deutschland etwa beim zuständigen Finanzamt.

Das bedeutet nicht, dass das Tradingjournal die Steuererklärung, Kontoauszüge oder Jahresberichte ersetzt.

Aber das Journal kann Ihnen helfen, den Überblick zu behalten über:

  • realisierte Gewinne und Verluste
  • Datum der Trades
  • Wechselkurs/Wert in Landeswährung
  • Gebühren
  • Broker-Statements
  • Prop-Firm-Auszahlungen
  • Auszahlungen
  • Einzahlungen
  • Konten bei ausländischen Brokern
  • Dokumentation, falls Zahlen erklärt werden müssen

Für Futures-Trader, die ausländische Broker oder Prop Firms nutzen, ist das besonders wichtig.

Empfohlene Praxis:

  • monatliche Statements herunterladen
  • jährliche Statements speichern
  • Payout-Berichte von Prop Firms speichern
  • eine eigene Übersicht in der Landeswährung führen
  • Gebühren dokumentieren
  • eigenes Live-Trading von Prop-Firm-Auszahlungen trennen
  • die steuerliche Behandlung bei Unsicherheit mit der Steuerbehörde oder einem Berater klären

Das Tradingjournal sollte deshalb eine einfache Steuerspalte enthalten:

FeldBeispiel
KontoEdgeClear / NinjaTrader / Top One / Topstep
ProduktFutures / Prop-Firm-Auszahlung
WährungUSD
Realisiertes P/L420 $
Gebühren18 $
Wechselkurs (USD → EUR)0,92
Ergebnis in Landeswährung386,40 €
DokumentationStatement gespeichert
SteuerkategorieZu prüfen / mit Berater abgeklärt

Das ist keine Steuerberatung.

Es ist praktische Dokumentation.

Was ein gutes Tradingjournal enthalten muss

Ein gutes Tradingjournal sollte vier Ebenen haben:

  1. Trade-Daten
  2. Strategiedaten
  3. Risikodaten
  4. Psychologiedaten

Wenn Sie nur Trade-Daten protokollieren, erhalten Sie eine Buchhaltung.

Wenn Sie zusätzlich Strategie, Risiko und Psychologie protokollieren, erhalten Sie ein Verbesserungssystem.

Teil 1: Trade-Daten

Das ist die Mindestinformation.

FeldBeispiel
Datum12.08.2026
WochentagMittwoch
InstrumentMNQ
KontraktsmonatSep 2026
SessionUS RTH
Entry-Zeit15:48
Exit-Zeit15:56
Long/ShortLong
Entry18.420,25
Stop18.405,25
Target18.450,25
Exit18.445,25
Kontrakte2 MNQ
Ergebnis+100 $
Gebühren8 $
Netto+92 $

Das ist die Basis.

Aber es reicht nicht.

Teil 2: Strategiedaten

Hier dokumentieren Sie, warum der Trade genommen wurde.

FeldBeispiel
SetupVWAP-Pullback
MarkttypTrendtag
HauptniveauVWAP + Vortageshoch
BestätigungHigher Low + Footprint-Absorption
Entry-TypPullback nach Reclaim
Geplantes TargetTageshoch
InvalidierungBruch unter dem Pullback-Tief
Plan gefolgt?Ja
KommentarGuter Entry, Exit etwas früh

Das ist wichtig, weil Sie wissen wollen, welche Setups tatsächlich funktionieren.

Nicht alle Trades sind gleich.

Ein Long in MNQ ist nicht einfach nur ein Long in MNQ.

Es kann sein:

  • VWAP-Pullback
  • Breakout
  • Failed Breakdown
  • Liquidity Sweep
  • FOMO-Entry
  • Revenge-Trade
  • Nachrichten-Trade
  • Scalping
  • Trendfortsetzung
  • Mean Reversion

Wenn Sie das Setup nicht taggen, wissen Sie nicht, was Geld verdient.

Teil 3: Risikodaten

Das ist der wichtigste Teil für Futures-Trader.

FeldBeispiel
Geplantes Risiko100 $
Tatsächliches Risiko100 $
Stop in Punkten15
Wert pro Punkt2 $
Anzahl Kontrakte2
Risiko in R1R
Ergebnis in R+1,8R
Max Adverse Excursion-0,4R
Max Favorable Excursion+2,3R
Stop verschoben?Nein
Tageslimit gerissen?Nein

Sie sollten das R immer kennen, bevor der Trade eingegangen wird.

Wenn Sie das R nicht kennen, kennen Sie das Risiko nicht.

Was ist R-Multiple?

R steht für Risiko.

Wenn Sie bei einem Trade 100 $ riskieren, ist 1R = 100 $.

Wenn Sie 200 $ verdienen, haben Sie +2R erzielt.

Wenn Sie 100 $ verlieren, haben Sie -1R verloren.

Wenn Sie 50 $ verlieren, haben Sie -0,5R verloren.

Wenn Sie 75 $ verdienen, haben Sie +0,75R erzielt.

Das macht die Ergebnisse über Kontrakte und Konten hinweg vergleichbar.

Beispiel

TradeKontraktDollarergebnisRisikoR-Ergebnis
1MES+75 $50 $+1,5R
2MNQ+160 $80 $+2,0R
3MGC-100 $100 $-1,0R
4ES+500 $500 $+1,0R

Ohne R sieht der ES-Trade am besten aus, weil er die meisten Dollar eingebracht hat.

Mit R sieht der MNQ-Trade am besten aus, weil er die beste Rendite pro riskierter Einheit erzielt hat.

Das ist der Grund, warum R-Multiple der Kern des Journals sein sollte.

Grafik, die R-Multiple im Tradingjournal für Futures erklärt
R-Multiple macht Trades über Kontrakt, Konto und Größe hinweg vergleichbar. Deshalb sollte R ein festes Feld im Tradingjournal sein.

Warum R besser ist als Dollar

Wenn Sie nur in Dollar messen, erhalten Sie ein verzerrtes Bild.

Ein großer Kontrakt sieht besser aus als ein kleiner Kontrakt.

Ein glücklicher Trade mit zu großer Size kann wie ein guter Trade aussehen.

Ein kontrollierter Verlust kann schlimmer aussehen, als er eigentlich war.

R-Multiple löst das.

MessungProblem
DollarergebnisWird von der Kontraktgröße beeinflusst
ProzentergebnisSchwierig bei Prop-Firm-Konten
Pips/PunkteSagt nicht genug über Kontrakt und Size aus
R-MultipleMisst das Ergebnis relativ zum Risiko

Ein professionelles Tradingjournal sollte deshalb immer zeigen:

  • Total R
  • Average R
  • Average Win in R
  • Average Loss in R
  • größter Verlust in R
  • größter Gewinn in R
  • Expectancy in R
  • Drawdown in R

Teil 4: Psychologiedaten

Das ist der Teil, den viele weglassen.

Es ist oft der wichtigste.

FeldBeispiel
Zustand vor dem TradeRuhig
Schlaf6 Stunden
Stresslevel2/5
Gefühl beim EntryEtwas ungeduldig
Gefühl während des TradesRuhig
Gefühl beim ExitVerärgert, Gewinn zu früh mitgenommen
RegelbruchNein
Impulsiver Trade?Nein
Revenge-Trade?Nein
FOMO?Ein wenig
KommentarHätte bis zum Target halten sollen, ist aber dem Risikoplan gefolgt

Tradingpsychologie wird erst konkret, wenn sie protokolliert wird.

Alle sagen, sie hätten „schlechte Disziplin“.

Das Journal zeigt, was das bedeutet.

Vielleicht haben Sie nicht durchgängig schlechte Disziplin.

Vielleicht haben Sie schlechte Disziplin:

  • nach dem ersten Verlust
  • nach zwei Gewinnen
  • wenn sich NQ schnell bewegt
  • freitags
  • nach wenig Schlaf
  • wenn Sie vor CPI-Daten handeln
  • wenn Sie die Size erhöhen
  • wenn Sie am Vortag verloren haben
  • wenn Sie sehen, dass andere Geld verdienen

Das wird im Journal gemessen.

Tradingjournal-Vorlage für Futures

Hier ist eine praktische Vorlage, die Sie in Google Sheets, Excel, Notion oder einem Tradingjournal-Tool nutzen können.

Reiter 1: Trade-Log

SpalteErklärung
Trade-IDLaufnummer
DatumHandelsdatum
WochentagMontag–Freitag
Zeit EntryUhrzeit
Zeit ExitUhrzeit
InstrumentMES, MNQ, ES, NQ, MGC, MCL, 6E
Kontraktsmonatz. B. Sep 2026
KontoLive, Sim, Prop Firm
SessionAsien, Europa, US-Vormarkt, RTH
Long/ShortRichtung
SetupVWAP-Pullback, Breakout, Reclaim
MarkttypTrend, Range, Chop, News
EntryPreis
StopPreis
TargetPreis
ExitPreis
KontrakteAnzahl
Tick-/PunktwertDollarwert
Geplantes RisikoDollar
Tatsächlicher Verlust/GewinnDollar
GebührenKommission/Gebühren
Netto-P/LNach Gebühren
R-ErgebnisP/L geteilt durch geplantes Risiko
Plan gefolgt?Ja/Nein
ScreenshotLink
KommentarKurznotiz

Reiter 2: Setup-Statistik

SetupAnzahl TradesWin-RateAvg WinAvg LossExpectancyTotal R
VWAP-Pullback4257 %+1,8R-1,0R+0,60R+25,2R
Breakout3142 %+2,2R-1,0R+0,34R+10,5R
Reversal2836 %+1,5R-1,2R-0,23R-6,4R
News-Trade1225 %+2,0R-1,5R-0,63R-7,5R

Das zeigt, wovon Sie mehr tun sollten – und was Sie streichen sollten.

Reiter 3: Psychologie

DatumSchlafStressGefühlRegelbruchRevengeFOMOErgebnis
12.086 Std2/5RuhigNeinNeinEin wenig+1,8R
13.085 Std4/5GestresstJaJaJa-3,2R

Das macht Psychologie messbar.

Reiter 4: Monatszusammenfassung

MonatTradesTotal RWin-RateAvg RMax DrawdownBestes SetupGrößter Fehler
August84+18,4R51 %+0,22R-5,1RVWAP-PullbackRevenge nach Verlust

Das ist der Teil, den Sie jede Woche und jeden Monat lesen sollten.

Was Sie vor dem Trade notieren sollten

Ein gutes Journal beginnt vor dem Entry.

Bevor Sie auf Kaufen oder Verkaufen klicken, sollten Sie einen Satz schreiben können:

Ich nehme diesen Trade, weil …

Beispiele:

  • «Ich gehe long in MES, weil der Kurs den VWAP zurückerobert hat, ES und NQ über der Morning Range halten und der Stop unter dem Higher Low liegen kann.»
  • «Ich gehe short in MNQ, weil der Breakout über dem Overnight High gescheitert ist, das Footprint Absorption durch Käufer zeigt und der Kurs wieder unter dem VWAP steht.»
  • «Ich nehme keinen Trade, weil der Markt mitten zwischen VWAP und POC liegt, ohne klare Richtung.»

Der letzte Satz ist genauso wichtig wie die ersten beiden.

Ein Tradingjournal sollte auch gute No-Trades protokollieren.

Was Sie nach dem Trade notieren sollten

Nach dem Trade sollten Sie keinen Roman schreiben.

Beantworten Sie fünf Fragen:

  1. War das Setup gültig?
  2. Bin ich dem Plan gefolgt?
  3. War das Risiko richtig?
  4. War der Exit gut?
  5. Was sagt dieser Trade über die Strategie aus?

Beispiel:

Gültiger VWAP-Pullback. Entry etwas spät, aber Risiko okay. Stop richtig. Exit bei +1,2R zu früh, das Target wurde später erreicht. Kein Regelbruch. Nächstes Mal: mindestens die halbe Position bis zum geplanten Target halten.

Das ist nützlich.

Nicht:

Der Markt war heute irrational.

Das hilft überhaupt nicht.

Screenshots: das wichtigste Feld, das viele vergessen

Ein Tradingjournal ohne Screenshots fehlt der Kontext.

Sie sollten mindestens zwei Screenshots machen:

  1. Vor dem Trade oder direkt nach dem Entry
  2. Nach dem Exit

Markieren Sie:

  • Entry
  • Stop
  • Target
  • VWAP
  • POC
  • VAH/VAL
  • Vortageshoch/-tief
  • Overnight-Hoch/-Tief
  • Nachrichtenniveau
  • Footprint/DOM, falls relevant

Nach 100 Screenshots erkennen Sie Muster, die Sie in den Zahlen allein nie sehen.

Vielleicht kommen alle guten Trades vom selben Niveautyp.

Vielleicht liegen alle schlechten Trades mitten in der Range.

Vielleicht glauben Sie, Pullbacks zu traden, aber die Bilder zeigen, dass Sie Candle-Highs hinterherjagen.

Screenshots decken die Wahrheit auf.

Tradingjournal-Prozess von Plan bis Review
Das Journal entfaltet seinen Wert erst in einem festen Rhythmus: Plan, Trade, Screenshot, Review und eine konkrete Verbesserung.

Wöchentliche Auswertung

Ein Tradingjournal ist wertlos, wenn Sie es nie lesen.

Legen Sie eine feste wöchentliche Routine fest.

Jeden Freitag oder Sonntag

Gehen Sie durch:

  • Total R
  • Anzahl Trades
  • bestes Setup
  • schlechtestes Setup
  • größter Regelbruch
  • größter emotionaler Fehler
  • ob Sie das Tageslimit eingehalten haben
  • ob Sie Stops verschoben haben
  • ob Sie zu viel gehandelt haben
  • ob Sie außerhalb des Plans gehandelt haben
  • welche Zeiten am besten funktioniert haben
  • welche Märkte am besten funktioniert haben

Wöchentliche Fragen

Beantworten Sie schriftlich:

  1. Was soll ich nächste Woche mehr tun?
  2. Was soll ich weniger tun?
  3. Welches Setup soll gestrichen werden?
  4. Welcher Regelbruch muss aufhören?
  5. Was ist eine konkrete Verbesserung?

Beispiel:

Nächste Woche trade ich nur VWAP-Pullback und Failed Breakout in MES. Kein NQ vor 16:00 Uhr. Maximal drei Trades pro Tag. Stopp nach -2R.

Das ist konkret.

Monatliche Auswertung

Jeden Monat sollten Sie eine strategischere Auswertung vornehmen.

Kennzahlen

MessungWarum wichtig
Total RZeigt die Gesamtleistung unabhängig von der Size
Average RZeigt die Qualität pro Trade
Win-RateZeigt, wie oft Sie gewinnen
Average WinZeigt die Gewinngröße
Average LossZeigt die Verlustkontrolle
Profit FactorZeigt das Verhältnis zwischen Gewinn und Verlust
Max DrawdownZeigt die schlechteste Phase
Anzahl RegelbrücheZeigt die Disziplin
Bestes SetupZeigt die Edge
Schlechtestes SetupZeigt, was gestrichen werden sollte

Monatliche Entscheidung

Nach der Auswertung sollten Sie entscheiden:

  • dieselbe Strategie fortsetzen
  • ein Setup streichen
  • Size reduzieren
  • Size erhöhen
  • Markt wechseln
  • Anzahl Trades reduzieren
  • Handelszeit ändern
  • an einem psychischen Fehler arbeiten
  • eine Pause einlegen

Nehmen Sie nicht zehn Änderungen gleichzeitig vor.

Eine gute Änderung reicht.

Häufige Fehler beim Tradingjournal

1. Sie protokollieren nur Gewinner

Dann führen Sie kein Journal.

Dann betreiben Sie Selbstbetrug.

2. Sie schreiben zu viel

Wenn das Journal 20 Minuten pro Trade kostet, hören Sie irgendwann auf, es zu nutzen.

Halten Sie es einfach.

3. Sie protokollieren nur P/L

P/L sagt nicht, warum Sie verdient oder verloren haben.

4. Sie nutzen kein R-Multiple

Dann werden die Ergebnisse schwer vergleichbar.

5. Sie machen keine Screenshots

Dann verlieren Sie die Marktstruktur.

6. Sie lesen das Journal nie

Ein Journal ohne Review ist nur ein Archiv.

7. Sie ändern die Vorlage jede Woche

Dann erhalten Sie keine vergleichbaren Daten.

8. Sie belügen sich selbst

Das ist der größte Fehler.

War der Trade impulsiv, schreiben Sie impulsiv.

Haben Sie den Stop verschoben, schreiben Sie das.

Haben Sie Revenge getradet, schreiben Sie das.

Das Journal wirkt nur, wenn es ehrlich ist.

Tradingjournal für Prop-Firm-Trader

Prop-Firm-Trader brauchen zusätzliche Felder.

FeldWarum
Prop FirmTopstep, Top One, Legends usw.
KontotypChallenge, Funded, Live
Kontogröße50K, 100K, 150K
Drawdown-TypEOD, Trailing, Intraday
TagesverlustlimitMuss eingehalten werden
Max LossKritisch
ConsistencyPayout-Anforderung
Payout-PufferWann können Sie auszahlen?
News-RegelKann zum Breach führen
Erlaubte KontrakteScaling-Regeln
Copy-TradingRelevante Regeln
Status nach TradePayout-bereit, Breach-Risiko, normal

Das Prop-Firm-Journal sollte immer zeigen, wie viel vom Drawdown-Puffer Sie riskieren.

Beispiel:

KontoMax LossRisiko pro TradeRisiko vom Puffer
50K2.000 $100 $5 %
50K2.000 $250 $12,5 %
50K2.000 $500 $25 %

Wenn Sie 25 % des Drawdown-Puffers pro Trade riskieren, betreiben Sie kein kontrolliertes Trading.

Sie verzocken das Konto.

Tradingjournal für verschiedene Märkte

MES / ES

Protokollieren Sie besonders:

  • VWAP
  • Vortageshoch/-tief
  • Overnight-Hoch/-Tief
  • Market Profile
  • POC
  • Opening Range
  • VIX
  • NQ-Bestätigung
  • RTY-Breite

MNQ / NQ

Protokollieren Sie besonders:

  • Tech-Momentum
  • Nvidia/Halbleiter
  • US10Y
  • DXY
  • große Candle vor dem Entry
  • Volatilität
  • ob der Stop realistisch war
  • FOMO-Score

MGC / GC

Protokollieren Sie besonders:

  • DXY
  • US10Y
  • Realzinsen
  • CPI/FOMC
  • Gold-Silber-Verhältnis
  • Nachrichtenquelle
  • Asien-/Europa-/US-Session

MCL / CL

Protokollieren Sie besonders:

  • EIA
  • Inventory
  • OPEC-Nachrichten
  • Geopolitik
  • Spread
  • Session
  • Slippage
  • ob Sie den ersten Spike gehandelt haben

6E / M6E

Protokollieren Sie besonders:

  • EZB
  • Fed
  • DXY
  • Zinsen
  • EUR/USD-Spot-Kontext
  • Makrodaten
  • Europa-Session vs. US-Session

Das macht das Journal fachlich fundierter als ein Standard-Aktienjournal.

Welches Tool sollten Sie nutzen?

Das beste Tool ist das, das Sie tatsächlich nutzen.

Excel oder Google Sheets

Vorteile:

  • flexibel
  • günstig
  • leicht anzupassen
  • gut für R-Multiple
  • leicht, Pivot-Tabellen zu erstellen

Nachteile:

  • manuell
  • Screenshots müssen organisiert werden
  • kann unübersichtlich werden

Notion

Vorteile:

  • gut für Notizen
  • gut für Screenshots
  • leicht zu taggen
  • gute wöchentliche Auswertung

Nachteile:

  • schwächere Zahlenanalyse als ein Tabellenblatt
  • kann zu visuell und zu wenig quantitativ werden

Dediziertes Tradingjournal

Vorteile:

  • automatischer Import
  • Statistik
  • Screenshots
  • Filterung
  • Setup-Analyse

Nachteile:

  • Kosten
  • nicht immer futures-optimiert
  • kann zu kompliziert werden
  • Datenimport kann von Broker/Plattform abhängen

Unsere Empfehlung

Fangen Sie einfach an.

Für die meisten Futures-Trader:

  1. Google Sheets oder Excel für Zahlen
  2. Ordner mit Screenshots
  3. wöchentliches Review-Dokument
  4. später ein dediziertes Journal, falls der Bedarf wirklich besteht

Verbringen Sie nicht drei Wochen damit, das perfekte Journal zu bauen, bevor Sie einen einzigen ehrlichen Trade protokolliert haben.

Praktischer Tipp

Beginnen Sie mit weniger Feldern, als Sie denken. Ein Journal, das Sie tatsächlich jeden Tag nutzen, ist besser als eine perfekte Vorlage, die unangetastet liegen bleibt.

Fertige Tradingjournal-Vorlage

Hier ist eine praktische Struktur, die Sie kopieren können:

Täglicher Plan

FeldAntwort
Datum
Markt
Wichtige Nachrichten
Hauptbias
Wichtige Niveaus
Setup, das ich traden kann
Setup, das ich nicht traden sollte
Max. Trades
Max. Tagesverlust
Erste Pause nach
Kommentar

Trade-Log

FeldAntwort
Trade-ID
Instrument
Long/Short
Setup
Entry
Stop
Target
Kontrakte
Risiko in $
Ergebnis in $
Ergebnis in R
Plan gefolgt?
Screenshot vorher
Screenshot nachher
Kommentar

Nach dem Markt

FrageAntwort
Bin ich dem Plan gefolgt?
Was war der beste Trade?
Was war der schlechteste Trade?
Habe ich Trades ohne Setup genommen?
Habe ich den Stop verschoben?
Habe ich übertradet?
Was lerne ich daraus?
Was mache ich morgen?

Quellen und weiterführende Informationen

Fazit: Das Journal ist die Kommandozentrale des Traders

Ein Tradingjournal ist nicht nur ein Ort, an dem Sie Trades notieren.

Es ist Ihre Kommandozentrale.

Es zeigt, ob die Strategie funktioniert.

Es zeigt, ob Sie dem Plan folgen.

Es zeigt, ob das Risiko stimmt.

Es zeigt, ob die Psychologie Ihre Edge zerstört.

Es zeigt, ob Sie MES, MNQ, MGC, MCL oder 6E handeln sollten.

Es zeigt, ob Sie eigentlich ein Problem mit Strategie, Timing, Size, Nachrichten, Exits oder Disziplin haben.

Für Futures-Trader ist das umso wichtiger, weil Kontraktgröße, Hebel und Drawdown Fehler teuer machen. Die NFA betont, dass Futures-Trading sehr riskant ist und man nur Risikokapital einsetzen sollte, dessen Verlust man sich leisten kann.

Ein gutes Tradingjournal macht Sie nicht automatisch profitabel.

Aber es macht es schwerer, sich selbst zu belügen.

Und das ist oft der erste Schritt zu besserem Trading.

Kapitalrisiko: Futures-Trading birgt ein hohes Risiko und ist nicht für jeden geeignet. Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine Anlageberatung. Steuerliche Fragen sollten mit der zuständigen nationalen Steuerbehörde oder einem qualifizierten Berater geklärt werden.

Häufig gestellte Fragen zum Tradingjournal

Kurze Antworten auf die häufigsten Fragen zu Tradingjournalen, R-Multiple, Screenshots, Risikomanagement und Dokumentation.

Ein Tradingjournal ist eine strukturierte Aufzeichnung von Trades, Strategie, Risiko, Psychologie und Ergebnissen. Für Futures-Trader sollte es zusätzlich Kontrakt, Tick-Wert, Stop-Loss, R-Multiple, Gebühren, Session und Screenshots enthalten.

Futures sind gehebelte Produkte, und kleine Fehler bei Size, Stop-Loss oder Timing können große Auswirkungen haben. Ein Journal zeigt, welche Setups funktionieren, welche Fehler sich wiederholen und ob der Trader dem Plan tatsächlich folgt.

Mindestens: Datum, Instrument, Entry, Exit, Stop, Target, Kontrakte, Risiko, Ergebnis, R-Multiple, Setup, Marktkontext, Screenshot und Kommentar.

R-Multiple misst das Ergebnis relativ zum Risiko. Wenn Sie 100 $ riskieren und 200 $ verdienen, beträgt das Ergebnis +2R. Wenn Sie 100 $ verlieren, beträgt das Ergebnis -1R.

Weil R die Qualität des Trades unabhängig von der Kontraktgröße zeigt. Ein ES-Trade kann mehr Dollar einbringen als ein MES-Trade und trotzdem schlechter abschneiden, gemessen am Risiko.

Nutzen Sie, was Sie tatsächlich jeden Tag verwenden. Viele sollten mit Excel oder Google Sheets in Kombination mit Screenshots beginnen. Später lässt sich ein dediziertes Tradingjournal-Tool in Betracht ziehen.

Ja, idealerweise. Screenshots zeigen Marktstruktur, Entry, Stop, Target, VWAP, POC und Kontext. Zahlen allein zeigen nicht, warum der Trade genommen wurde.

Kurz nach jedem Handelstag, gründlicher wöchentlich und strategisch jeden Monat.

Es zeigt, wann Sie Regeln brechen, übertraden, den Stop-Loss verschieben, Revenge-Trading betreiben oder aus FOMO handeln. Psychologie wird erst verbesserbar, wenn sie gemessen wird.

Ja, als Dokumentation und Übersicht. Es ersetzt keine Steuererklärung oder Broker-Statements, hilft aber, realisierte Gewinne und Verluste, Konten, Währungen, Gebühren und Belege im Überblick zu behalten.

Nein. Das Broker-Statement zeigt das wirtschaftliche Ergebnis, aber nicht Strategie, Psychologie, Setup, Planbrüche oder Marktverständnis.

Nur das Ergebnis zu protokollieren und nicht den Prozess. Ein gutes Journal muss zeigen, warum der Trade genommen wurde, ob der Plan befolgt wurde und wie das Ergebnis in R ausfiel.